Anlaufstelle für große Fragezeichen
Das Bauhaus.TransferzentrumDESIGN
Auf die Frage, mit welcher Begrifflichkeit man das im Januar 2008 gegründete Bauhaus.TransferzentrumDESIGN am besten umschreiben könnte, antwortet Geschäftsführer Gregor Sauer kurz und knapp mit „Konzeptdienstleister für die Kreativwirtschaft“: „Also gerade nicht einfach bloß Flyer und Prospekte entwerfen - wir sind vor allem organisatorisch tätig und verstehen uns als Schnittstelle zwischen Universität und potentiellen Aufraggebern im Bereich Design“. Die Scharnierfunktion zwischen Kunst und Wissenschaft übernehmend, suchen am BTD drei festangestellte Mitarbeiter nach der besten Idee im Sinne einer bezahlbaren Dienstleistung. Damit aber kreative Ideen aus der Universität ihren Weg in die Wirtschaft finden oder für gewerbliche Gestaltungsaufgaben innovative Vorschläge an oder im Umfeld der Universität gefunden werden, braucht es Kontakte und vor allem Konzepte, die gezielt den Bedürfnissen beider Seiten gerecht werden.
Genau darin liegt auch der „Firmenwert“ des BTD, denn es gilt ja das scheinbar Unmögliche handhabbar machen: Kreativprozesse zielgerichtet steuern, unter Risikobedingungen arbeiten, erfolgversprechende Ideen mit Kapital zu versorgen und dabei gleichzeitig den Investoren zu versichern, das sich der getätigte Aufwand auch irgendwann in Ertrag verwandelt. Geboten werden also vor allem Projektentwicklungsstrukturen, dazu kommt der Schutz einer Institution, die über einen Kooperationsvertrag mit der Bauhaus-Universität Weimar verbunden ist. Inhaltlich und organisatorisch beratend stehen dem als Verein agierenden BTD Prof. Wolfgang Sattler, Professur Produktdesign an der Fakultät Gestaltung, als 1. Vorstand zur Seite, als weiteres Vorstandsmitglied ebenso Universitätsrektor Prof. Dr. Gerd Zimmermann.
Sich mit Machbarkeiten jeglicher Art zu beschäftigen ist beim BTD Programm: Noch vor der Gründung förderte die STIFT-Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen das Team um Gregor Sauer für eine Studie zur Marktgängigkeit eines Bauhaus.TransferzentrumDESIGN. Die positiven Ergebnisse der Studie ermutigten die Beteiligten zur Grundung des BTD, welches seit dem Projekte fördert, die gute Chancen haben, sich im Wettbewerb behaupten zu können. Dabei kann es sich zum einen um die Förderung einer Nullserie für ein innovatives Produkt handeln, die Anschubfinanzierung oder Vorserienförderung kreativer Entwürfe, als auch um den Handel mit Prototypen oder verschiedene Arten von Überbrückungsfinanzierungen. Dabei tritt das BTD eher als Ideengenerator und nicht als Verleger auf. Sobald ein Vorhaben gut läuft und sich der Erfolg verstetigt hat, zieht sich der „ehrliche Makler“ zurück, stellt die Rechnung und bemüht sich um die nächsten Ideen, die es bis zur Marktreife begleiten könnte.
Dabei geht die Arbeit des BTD oft über die Moderatorenfunktion hinaus. Bei Bedarf kann das Team schon mal eine Größe von 20-30 Beteiligten erreichen, die meist aus dem Umfeld der Bauhaus-Universität stammen und ihre Zuverlässigkeit in vorangegangen Projekten bewiesen haben. Intern leiten Gregor Sauer (Geschäftsführer), Sven Müller (Projektkoordination) und Dominique Turzer (Projektkoordination) die Arbeit des BTD. Die Liste der Partner liest sich wie das „who is who“ der jungen Weimarer Designer-Szene:
Cand. Des. Alexandra Bauch, Cand. Des. Philipp Böhm, Dipl. Des. Christian Böhme, Dipl.-Des. Lisa Dinges, Dipl. Des. Liana Franke, Dipl.-Des. Holger Eichinger, Dipl.-Des. Thobias Frenzel, Dipl.-Des. Hannes Grebin, Wassiij Grod, Dipl.-Ing. Daniel Guischard, Dipl.-Ing. Marcus Hamberger, Prof. Jürgen Hauck, Cand. Des. Johannes Hein, Dipl.Des. Jessica Klopsch, Dipl. Ing. Stefan Kraus, Dipl.-Des. Nora Kreisler, Dipl.-Des. Daniel Klapsing, Dipl.-Des. Lisa Kumpf, Dipl-Ing. Marlu Müller-Ortloff, Dipl.-Des. Gerog Panther, Dipl. Des. Ricarda Porzelt, Cand. Des Lina Roos, Dipl. Des. Jan Rößler, Dipl.-Des. Lars Reinhardt, Dipl. Mediengestalter Marc Sauter, Dipl. Des. Christiane Schmidt, Dipl. Des. Daniel Schmidt, Dr. Ruth Seehaber, Dipl.-Des. Laura Strasser, Cand. Des. Nils Volkmann, Dipl.-Des. Robert Waldmann, Architekt Ulrich Wieler, Dipl. Des. Andreas Wolter und viele weitere...
Dementsprechend lang ist auch die Liste der Referenzen. Besonders erfolgreich waren Ausstellungskonzeptionen wie „Stadtland Thüringen - Wege des Städtebaus“, „A71 – Thüringer Waldautobahn“, „80 Jahre Neufert“, „Kulturlandschaften Thüringen“, „Bad Langensalza - 20 Jahre Stadtentwicklung“ und „Stadtumlandgarten Bad Langensalza“. Aber auch die Medienpräsenz des Projektes Bauhaus.SOLAR oder der vielbeachtete „Bauhaus Kalender“ 2009/2010 lag in den Händen des BTD, ebenso die Gestaltung des Thüringer Innovationspreises, der Messestand des Landes Thüringen auf der „Expo Real“, die Souvenirs der Bauhaus-Universität oder jene für Thüringer Touristik GmbH.
„Learning by doing“ steht beim BTD direkt neben professioneller Routine - die Verschiedenartigkeit der Aufträge läßt da manchmal keine Wahl. Seit Januar 2008 kann man sich nun im Neufert-Haus in Weimar-Gelmeroda an die bunte Schar des Bauhaus.TransferzentrumDESIGNs wenden, wenn Kontakte und Expertise in Sachen Designtransfer benötigt werden. Das Haus selbst war schon in den 1920er Jahren als Wohnhaus des Architekten und Gropius-Mitarbeiters Ernst Neufert ein Ort des Experimentierens, die beste Adresse also, um Neuem zum Durchbruch zu verhelfen. Dabei meint Durchbruch für viele aus der Bauhaus-Universität stammenden Ideen zunächst einmal nichts anderes, als eine Antwort auf die Generalfrage des Wettbewerbs zu finden, wie man es schafft, „von der roten Seite an die schwarze Null heranzukommen.“
Dr. Michael Eckardt Chefredakteur Der Bogen


